Auffführung des Theaterkurses 2009/10: Footloose - das Musical (WR)

note_01Dieses Jahr wurde von dem Theaterkurs unter der Leitung von Herrn Raab erneut ein Musical aufgeführt: FOOTLOOSE. Nach einem Jahr harter Proben war man sich dann sicher, an dem Erfolg des letzten Jahres anknüpfen zu können. Und die drei ausverkauften Aufführungen beweisen, dass diese Einschätzung realistisch waren.
Schauspielerische Unterstützung erhielt das Schüler-Ensemble von Frau Hardt und Herrn Kolodinski, die besonders gesanglich überzeugen konnten.

 

Für Karl Raab fällt nach 34 Jahren der Vorhang

Ennepetal, 23.06.2010, Malte Schwietering (Westfälische Rundschau)

  2010 Karl Raab

Ennepetal. Dreimal im Rampenlicht stehen, dreimal auf der großen Bühne. Seit Beginn dieses Schuljahres arbeiten insgesamt 41 Schüler und vier Lehrer des Reichenbach-Gymnasiums an diesem Vorhaben, damit bei der Premiere am heutigen Donnerstag, 24. Juni auch alles perfekt läuft.

Denn mit „Footloose“ von Dean Pitchford bringen sie echtes Broadway-Feeling nach Ennepetal. Das Musical, basierend auf dem gleichnamigen amerikanischen Tanzfilm von 1984, spielt in der spießigen US-Kleinstadt Bomont, die eine völlig neue Welt für den aus Chicago zugezogenen Ren McCormack ist. Besonders das Tanzverbot, ausgesprochen durch Gemeindepfarrer Reverend Shaw Moore, ist dem rebellischen Teenager ein Dorn im Auge. Zusammen mit zahlreichen Gleichgesinnten, darunter auch Pfarrerstochter Ariel, will er das Gesetz stürzen und neues Feuer in die konservative und verschlafende Kleinstadt bringen.

Einer, der seit 1976 bei den Theateraufführungen des Reichenbach-Gymnasiums im Hintergrund fungiert, ist Karl Raab. „Footloose“ ist die letzte Theateraufführung unter seiner Leitung, „immerhin werde ich im nächsten Jahr 65.“ Was heute als Theaterkurs fest im Stundenplan der Schüler verankert ist, begann der Lehrer für Englisch und Deutsch in den Siebzigern mit einer Theater AG. „Wir haben direkt im ersten Jahr ‚Die kahle Sängerin’ von Ionesco auf die Bühne gebracht und die Aufführungen anfangs im Halbjahresrhythmus durchgeführt“, erinnert Raab sich. Am Anfang lag das Interesse bei knapp 20 Leuten: „Klein aber fein.“

Schnell ging man aber dazu über, neue Stücke in einem Abstand von einem Jahr darzubieten. Das ist bis heute so geblieben. In den 34 Jahren fand Eugéne Ionesco ebenso den Weg auf die RGE-Bühne wie William Shakespeare, Friedrich Schiller, Carl Zuckmayer oder auch der Ennepetaler Autor Uwe Schumacher mit seinem Werk „Das Dunkle Geheimnis der Klutert“.

Kuriositäten blieben in dieser langen Zeit natürlich nicht aus: „Als sich einer der Darsteller vor der Aufführung das Bein gebrochen hatte, blieb uns nichts anderes übrig, als seine Rolle entsprechend umzuschreiben. Da das Stück allerdings im 19. Jahrhundert spielt, mussten wir mit einem historischen Rollstuhl aus dem Theater in Hagen kurzfristig für Abhilfe sorgen.“

2003 entdeckte man mit „Zustände wie im alten Rom“ erstmals das Musical für sich, wie Karl Raab erzählt: „Da war der Punkt, an dem man sehen konnte, was für einen riesigen Spaß die Schüler am Singen und Tanzen haben.“

Im vergangenen Jahr erreichte man mit „Copacabana“, ebenfalls ein Musical, einen Höhepunkt der langjährigen Theaterhistorie.

Basisdemokratie bei
der Rollenbesetzung

„Vielleicht wäre das schon ein guter Zeitpunkt gewesen, die Leitung weiterzugeben“, blickt Karl Raab zurück, „doch ich bin sicher, dass wir das in diesem Jahr mit ‚Footloose’ noch toppen können.“

Dabei gehe es nicht darum, Geld in die Kassen zu spülen. „Wichtiger ist, dass die Gruppe mit den Einnahmen eine gewisse Unabhängigkeit für das nächste Stück erhält.“ Schließlich werden Kostüme, Headsets, das Bühnenbild und die Gebühren für die Aufführung bezahlt. „Bei Schiller und Shakespeare war das einfacher: Da gibt es keine Urheberrechte mehr“, erklärt Raab.

Bei der Auswahl des Stückes und der Rollenbesetzung läuft übrigens alles basisdemokratisch ab: „Ich als Leiter mache Vorschläge und die Schüler stimmen dann darüber ab oder können selbst Ideen einbringen. Auch wenn es mehrere Anwärter auf eine Rolle gibt, entscheidet der Kurs.“