Zweites Opernprojekt 2010: Cavalleria Rusticana (WR)

Schwelm, 02.11.2010, Ina Blumenthal (Westfälische Rundschau)

Ennepetal. Mit einem furiosen Finale endete die Zeit des zweiten Projektchors des Ennepetaler Reichenbach-Gymnasiums in der Klinik Königsfeld. Gemeinsam mit dem italienischen Maestro Leonardo Marzagalia und fünf italienischen Nachwuchssängern trat der Chor im eleganten Saal der Klinik auf: Das Programm und das Ziel der monatelangen Proben: Die „Cavalleria Rusticana“ von Pietro Mascagni.

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Eifersucht und Ehrverletzung

Die Oper spielt in einem sizilianischen Dorf am Ostermontag. Durch Eifersucht und Ehrverletzung kommt es zu Auseinandersetzungen zwischen zwei Paaren des Dorfes, die Männer duellieren sich, einer der Männer stirbt.

Im Saal der Klinik werden langsam die Lichter gedimmt. Nicht alle Plätze sind belegt, aber viele sind gekommen, um die „Oper live“ zu hören. Neben Damen im eleganten Kleid nehmen Herren im karierten Hemd Platz.

Es ist wenige Minuten nach acht Uhr am Abend und der Reichenbachchor hat gerade seinen Platz rechts neben der kleinen Bühne eingenommen.

Viele Monate haben die Mitglieder des Chors gemeinsam mit Leiter Andreas Pesch auf diesen Moment hingearbeitet. Mit einem diskreten Heben der Hand gibt Leonardo Marzagalia am Klavier das Zeichen für den Chor. Die ersten Klänge tönen aus 48 Kehlen.

Den ganzen Nachmittag über haben die Projektchormitglieder mit ihren professionellen Kollegen geprobt und den letzten Schliff im gemeinsamen Auftritt gefunden. „Wir sind schon den ganzen Tag gespannt. Es ist ein tolles Erlebnis, mit den Opernsängern und den Solisten zusammenzuarbeiten“, freuen sich Anja Weber und Steffi Bormki.

Jetzt, wenige Minuten bevor der Chor aus dem Aufenthaltsraum auf die Bühne geht, herrscht gespannte Stille. Noch einmal nachhören, nennt Leiter Andreas Pesch die Stille vor dem Auftritt.

Akribisch ist er mit seinen Sängerinnen und Sängern die Notenblätter noch einmal durchgegangen, hat gesummt und angestimmt und mit dem großen „Rhabarber“ für Gelächter gesorgt.

„Es gibt nichts Schöneres als das, was wir in den letzten Monaten zusammen erlebt haben. Es ist das Göttliche an der Musik“, stimmt Pesch seinen Chor ein.

Susanne Scherer sitzt vor dem Aufenthaltsraum und nippt an ihrer Wasserflasche. Ob sie aufgeregt sei vor ihrem Solo? Nein, außerdem singe sie ja kein Solo, sondern schreie es, erwidert die Blondine resolut. Auch Andre Hoppe sieht dem Auftritt mit den professionellen Kollegen gelassen entgegen. Denn er hat Erfahrung, singt sonst im Good-News Chor in Rüggeberg.

Nach gut siebzig Minuten ist das Engagement des Chors erst einmal beendet, alle Soli haben geklappt, die Sängerinnen und Sänger strahlen.

Für die nächsten Monate hat sich Andreas Pesch vorerst eine künstlerische Pause auferlegt.

 

Das Projekt wurde bereits als Erfolg in der Presse angekündigt:
WR, 01.10.2010:
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WAP, 13.10.2010:
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